Namibia. Eine abenteuerliche Hochzeitsreise.

Tag 0
Der Taxifahrer hat sicherlich 7 Staus umfahren damit wir rechtzeitig zum Flughafen kommen. Diese wilde Fahrt gibt es nur persönlich.

Tag 1

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Nach 12 Stunden Flug haben wir endlich Namibischen Boden unter den Füßen. Bei trockenen 30 Grad begeben wir uns auf eine kleine Rundfahrt durch Windhoek. Die Hauptstadt von Namibia. Sehr interessant war die Bezeichnung des Parlaments. Tintenplalast. Weil man sehr viel Tinte braucht um die Gesetze zu schreiben.
Der größte Stadtteil, Katutura, wo die meisten leben besteht aus Blechhütten die langsam aber doch in echte Häuser umgebaut werden. Da dies Teilweise mit staatlicher Hilfe geschieht gilt hier das Prinzip First Come, First Serve.
Danach ab zu unserer Gästefarm. Elisenheim. Alles ist so familär und wunderschön gestaltet.
Kurz nach dem Mittagessen können wir uns von der langen Reise ausruhen und dann rauf auf den Berg der hinter uns empor steigt.

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Ich mit meiner genialen Kondition keuche hinauf während Mitglieder der Gruppe die min. 30 Jahre älter sind hinauf spazieren. Nie wieder nehme ich das Tele-Objektiv auf einen Berg mit rauf…
Dafür ist die Aussicht ein Traum. Es hat sich ausgezahlt. Aber zu welchem Preis. 1 Liter Wasser nur für Bergauf. Bergab muss die halbete Flasche von der Elisabeth für meinen Durst herhalten.
Abendessen Rouladen aus Kudofleisch. Gemacht wie Rindsrouladen nur aus Kudofleisch. Also Antilopenfleisch.
Gute Nacht um 10. Ja auch der Michi.

Tag 2

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Wir sind nach Okahandja gefahren. Dort ist ein Friedhof nur für Hereos. Ganz genau habe ich aber nicht aufgepasst warum das so toll sein soll. Danach kam eine lange Autofahrt begleitet von Affen, Kudos und riesengroßen Termitenhügel. Dijongo, unser Tour Guide, zeigte uns seine Farm wo er aufgewachsen ist. 8000 Hektar ist ganz schön groß. Aber für im Verhältniss sehr klein, was andere Familien besitzen. Es gab zahlreiche Kühe, Ochse und 3 Vogelstrausse.
Danach zu unserem Quartier. Das Mittagessen wurde frisch gejagt so lange hat es gedauert. Zum verdauen haben wir einen Berg bestiegen wo wir unten gesagt haben, das ist nicht der den Dijongo meint. Der ist ja unmöglich zu erzwingen. Wir sind einmal los marschiert und siehe da, es war derjenige. Kaum zu glauben, aber wir waren da oben. Die Aussicht ein Traum.
Beim Abendessen haben wir erfahren das die Kollegen schon eine Giftschlange und eine recht große Spinne in ihrem Zimmer hatten. Was glaubt ihr wie gründlich wir danach die Zimmer kontrolliert haben. Bis auf die Affen die in der Früh an der Tür anklopften war nichts gefährliches weit und breit.

Tag 3
Sehr viel mit dem Auto gefahren und Mittag gegessen an einem See der weite Tunnelsysteme vorweist. Davor haben wir uns den größten Meteoriten der Welt angeschaut. Unser Ziel eine Lodge kurz vor Etosha. Die Anlage ein Traum. Alles grün und der Pool war auch recht warm für diese Jahreszeit. Bei 31 Grad Lufttemperatur war es wohl klar, wo wir den Nachmittag verbracht haben.

Tag 4
Die Pirschfahrt durch den Ethosha Nationalpark. Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Ausser, dass Elisabeth ein bischen mit dem Darm zu kämpfen hat. Wir übernachten in einer Lodge mitten im Nationalpark. Die Geräuschkullise ist dementsprechend interessant. Damit meine ich nicht nur die 2 Mäuse die wir immer Zimmer hatten. Die eine konnte ich fangen, die andere ist irgendwo. Aber die Tür ist jetzt abgedichtet. Weil wo es Mäuse gibt, gibt es auch Schlangen.

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Tag 5

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Elisabeth hat es echt schwer mit dem Darm erwischt. In der Nacht hatte sie fast 39°C Fieber. Da es aber auch 4 anderen nicht so gut geht beschließt die Dijongo die Leute zuerst zur Lodge zu bringen und anschließend die Pirschfahrt zu machen. Ich bleibe bei Elisabeth. Somit keine weiteren Tierfotos. Die Lodge sieht aus wie ein Museum. Am Abend müssen wir dann doch zum Arzt, weil das Fieber nicht runter geht. Laut Arzt, der sehr vertrauenswürdig aussah, eine heftige Darmentzündung. Die müsste aber in den nächsten 24-48 Stunden besser werden. Natürlich mit den richtigen Mittelchen. Das wichtigste ist aber trinken, trinken und noch einmal trinken. In Namibia braucht man das 2-3 fache an Wasser als sonst.

Tag 6

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Weiter geht es nach Khorixas. Die Lodge ist wunderschön. Während Elisabeth dort bleibt macht sich der Rest der Gruppe auf dem Weg zum Versteinerten Wald und Twyfelfontein. Der Versteinerten Wald hat deswegen sein Namen bekommen, weil die Baumstämme aufgrund der Extremen Hitze vor Millionen vor Jahren zu Stein geworden sind. In Twyfelfontein findet man die ältesten Höhlenmalereien der Welt. Steht auch unter dem UNESCO Weltkulturerbe.
In der Lodge nachher gab es auf jeden Fall das beste Essen überhaupt. Es laufen einige Tiere wie Pfaue, Hühner und Katzen frei herum.

Tag 7
Normalerweise sind wir immer zuerst zur Lodge gefahren und dann erst eine Wanderung unternommen. Heute geht es direkt zum Brandberg. 1 1/2 Stunden Schotterstraße machen Elisabeth sehr zu schaffen.

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Danach beginnt die 2 1/2 Stündige Wanderung. Ich bleibe bei Elisabeth. Ihr Zustand wird immer schlechter. Sie hat seit 4 Tagen nichts gegessen und nicht wirklich viel getrunken. Wir brauchen eine Infusion. Unser Glück ist es das jemand aus der Gruppe Ärztin ist und ihr Partner Apotheker. Wir fahren direkt zu eine. Klinik nach Uis.
In einem sehr armen Viertel finden wir die Klinik. Wenn man die Klinik von aussen sieht, würde kein Europäer für ein Pflaster da hinein gehen. Aber drinnen, ein ganz anderes Bild. Alles ist blitz blank und es sind alle Notwendigen Utensilien für eine Infusion vorhanden. Aber kein Arzt. Der kommt immer nur Montags. Dienstag ist dann der Zahnarzt da. Die Krankenschwester die immer da ist hilft Susanne, die Ärztin aus unserer Gruppe, die Infusion zu setzen.
2 Liter pumpen wir in Elisabeth hinein. 1 Liter reicht in Österreich. Aber die trockenheit verlangt das doppelte. Die Nadel für Kinder verlängert das Prozedere auf 5 Stunden.
Ab jetzt ist es klar, wir müssen nach Hause.
Am Abend fahren wir ein Restaurant wo extra ein Tisch mit Rosen für uns gedeckt ist. Die Einheimischen machen uns die Entscheidung nicht einfach.

Tag 8
Wir fahren nach Swakopmund. Die 2. größte Stadt in Namibia. Aber davor nach Cape Cross. Zur Seelöwen-Kolonie. Dieser Lärm und dieser Gestank. Das Malorca für Seelöwen. Die Masse ist beeindrucken.

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Dieses Mal haben wir ein richtiges Hotel mit Blick auf den Atlantik. In der Stadt gibt es Fake Palmen. Diese Palmen sind nichts weiteres als Handymasten, schauen aber schöner aus. Wir brauchen für die Versicherung eine ärztliche Bestätigung und fahren somit ins nächste Spital. Vor Ort bekommt Elisabeth noch eine Infusion. Dieses mal aber mit Vitaminen. Mhhhh.
Danach wieder zurück ins Hotel. Mittlerweile haben wir auch schon den Ablauf für den Rückflug. Am Abend gehe ich wieder alleine essen. Elisabeth hat zu Mittag ein bischen Toast probiert und der Darm hat daraufhin wieder verkrampft. Aus dem Restaurant kann ich aber sagen, ich hoffe sie ließt das nie, das Steak war einfach das beste was ich je gegessen habe. Kückie’s, so heißt das Pub, Rumpsteak. Mhhhhh.

Tag 9

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Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des organisieren. Der Rest der Gruppe macht inzwischen eine Bootfahrt und einen Rundflug. Tja Shit Happens.
Als erstes den Flug mit Air Namibia planen. Da wir erst auf die Bestätigung warten müssen und Elisabeth es wieder ein bisschen besser geht machen wir ein paar Besorgungen. Man soll zu Hause sehen, dass wir doch dort waren.
Nachdem wir alles haben sehe ich ihr an das es doch ein bisschen zu viel für sie war. Am Nachmittag hol ich die Tickets alleine und zahle 350€ für die Umbuchung. Danach noch Bus nach Windhoek und einen Aufenthaltsort für die 6 Stunden warten organisieren.
Ohne unseren genialen Tour Guide hätte ich das sowieso nie geschafft.
Der letzte Abend sind wir in einem Restaurant direkt am Meer. Das Restaurant schaut wie ein Schiff aus und wir essen auf der Brücke. Elisabeth ist natürlich für den letzten Abend dabei und isst endlich wieder was normales. Aber eher aus Frust, weil sie will endlich wieder was gscheits haben und ein letztes Mal das köstliche Essen in Namibia genissen.

Tag 10
7:30 Abfahrt nach Windhoek. Der Busfahrer macht mich nur aggressiv. Eine Fahrt die in 3 Stunden zu schaffen ist, schafft er in 4 1/2 Stunden. Argh!!!!
Die Unterkunft wurde vom Bus Anbieter empfohlen. Wir finden uns in einer….ich sag einmal Studenten WG…. wieder. Somit gibt es auch einen Fernseher der uns hilft die Zeit zu überbrücken.
17 Uhr das Taxi ist da und bringt uns zum Flughafen.
Punkt 20 Uhr geht es ab nach Frankfurt.

Tag 11
10 Stunden Flug. Wir bekommen von der Fluggesellschaft 4 Sitze somit kann sich Elisabeth auf 3 Sitzen voll und ganz ausbreiten. Ich bekomme kaum Schlaf. Den besten Schlaf hatte ich vielleicht für 30 Minuten auf dem Boden des Flugzeuges. Bis eine Stewardess meinen Fuß antippt und sagt das ist verboten. Ich könnte mich bei den Tischen verletzen, wenn etwas passiert. Als wenn das meine größte Sorge ist. Eine Beule zu haben. „Absturz eines Fliegers über Afrika. 199 Menschen und ein Einhorn sind tot“. Egal, Schlaf wird überbewertet.
5:55 Ankunft in Frankfurt. Zuerst eine Zigarette und dann weiter organisieren. Danach noch eine Zigarette.
Mein ganzer Charme und der Versuch zu erklären wie arm wir und speziell meine Frau ist hilft nicht den Lufthansa Preis für die Umbuchung zu drücken.
Achtung: Frankfurt-Wien 450€/Person!!!!!
Was hat mich noch schnell Namibia-Frankfurt gekostet? Ahja 350€ für uns beide. Für den Preis bekomme ich schon einen Flug hin und zurück nach New York. So wie es scheint badet man als Österreicher den AUA-Kauf aus.
Dafür werden wir zum Gate mit dem Auto gebracht. Hätte die Elisabeth eh nie geschafft zu laufen. Ein gesunder Mensch bräuchte locker 30 Minuten für den weg. Frankfurt ist echt riesig. 10:10 Ankunft in Wien.
Ab jetzt beginnt der Versicherungsteil.

Fazit
Wenn man jetzt die Krankheit weg lässt war es einer meiner besten Reisen. Das Land ist so vielseitig, so interessant und weit weit weg von dem Afrika was man uns da glauben machen will.
Natürlich gibt es Armut, aber die Leute sind alle glücklich. Der ärmste Mensch hat dort saubere Kleidung, Wasser und Schulen.
Das Essen ist mit Abstand das beste, was ich jemals gegessen habe. Ich glaube ich werde eine Kudo oder Orix Farm aufmachen. Ein sehr gutes Fleisch.
Wir werden wieder dort hin fahren, um zumindest die Punkte der Rundreise abzuschließen, die wir jetzt verpasst haben.
Aber das Gesicht von unserem Sohn in der Ankunftshalle ist auch unbezahlbar.

Alle anderen Fotos gibt es auf:
Flickr

Karte

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